Infektionskrankheiten des Hundes

 

Staupe

Die Hundestaupe wird durch ein Paramyxovirus (eng verwandt mit dem Masernvirus des Menschen) verursacht. Die Infektion erfolgt meist von Hund zu Hund, aber auch indirekt über Gegenstände wie Schuhe, Kleider, Näpfe und andere Die Krankheit beginnt mit hohem Fieber, Augenausfluss und Nasenausfluss, zunächst wässrig, später eitrig. Die Hunde fressen nichts mehr und sind sehr apathisch. Im weiteren Verlauf der Infektion kommt es zu verschiedenen Verlaufsformen:

Darmstaupe
Die Hunde leiden an fast unstillbarem Durchfall, an starkem Erbrechen. Eine Austrocknung ist die Folge.
Lungenstaupe
Starker, quälender Husten, eitriger Nasen- und Augenausfluss und Lungenentzündungen sind festzustellen.

Nervenstaupe
Die Tiere leiden unter leichten bis schweren Krämpfen und Lähmungen, teilweise mit Verlust des Bewusstseins.

Die Sterblichkeit bei einer Staupeerkrankung ist insbesondere bei Jungtieren ungeimpfter Elterntiere sehr hoch. Falls die Staupe überlebt wird, behalten die Hunde nicht selten lebenslängliche Schäden wie Zahnschmelzdefekte (Staupegebiss) , spröde, rissige Pfoten (Hard pad disease) und neurologische Störungen zurück.

Vorbeugung: Impfung
Hepatitis

Der korrekte Name ist Hepatitis contagiosa canis, HCC oder ansteckende Leberentzündung der Hunde. Diese Krankheit ist ebenso gefährlich wie die Staupe und wird durch Adenoviren verursacht.

Inkubationszeit: 2 - 10 Tage

Die Infektion erfolgt auf dem gleichen Weg wie die Staupe. Die Symptome ähneln v.a. am Beginn der Krankheit denen der Staupe: Fieber, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen. Viele Hunde, v.a. Welpen sterben schon in dieser Krankheitsphase.

Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es besonders bei älteren Tieren zu Erbrechen, Durchfall, Mandelentzündung, Rachenentzündung und Bindehautentzündung. Wenn die Krankheit überlebt wird, bleiben als Dauerschäden Trübungen der Hornhaut zurück, die zur Erblindung führen kann.

Vorbeugung: Impfung
Leptospirose

Auch die Leptospirose ist eine gefährliche Erkrankung der Hunde, die auch unter dem Namen Stuttgarter Hundeseuche oder Weilsche Krankheit bekannt ist. Erreger sind die Bakterien Leptospira canicola und Leptospira icterohaemorrhagiae, letzteres ist auch für den Menschen gefährlich. Ansteckungsquelle sind Hunde, Ratten, Mäuse und andere Tiere sowie verschmutzte Teiche, Tümpel und Gräben.

Die Krankheit beginnt mit Müdigkeit und schwankendem Gang, der besonders das Springen und Treppensteigen schwierig macht. Danach kommt es zu Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall. Leber und Niere werden durch die Krankheit geschädigt. Nicht wenige Hunde sterben.

Vorbeugung: Impfung (mindestens jährlich)

Parvovirose

Der Erreger, das Parvovirus des Hundes hat sich vor ca. 25 Jahren vermutlich aus dem Erreger der Panleukopenievirus der Katze entwickelt. Aus diesem Grund wird die Hundeparvovirose oft auch als Katzenseuche des Hundes bezeichnet, obwohl Katzen heutzutage nichts mehr mit dieser Krankheit zu tun haben und auch nicht die Krankheit übertragen können.

Die Erreger sind gegenüber Umwelteinflüssen sehr widerstandsfähig und können deshalb nicht nur von Hund zu Hund, sondern auch von Menschen und leblosen Gegenständen übertragen werden. Besonders in Hundehütten aus Holz o.ä. kann sich das Virus sehr lange halten.

Die Inkubationszeit beträgt ca.4 – 10 Tage

Die Erkrankung kann, besonders bei Welpen extrem rasant verlaufen und innerhalb von wenigen Stunden zum Tod durch Herzmuskelentzündung führen. Vornehmlich treten jedoch Entzündungen des Magens und des Darmes auf. Nach anfänglichem Fieber zeigen die Hunde fast unstillbares Erbrechen und wässrigen, teilweise blutigen Durchfall. Die Tiere fressen nichts, verlieren durch das Erbrechen und den Durchfall schnell Flüssigkeit, was schließlich sehr häufig zum Tod führt.

Vorbeugung: Impfung

Tollwut

Die Tollwut ist für alle Säugetiere und damit auch für den Menschen eine absolut tödliche Krankheit. Der Erreger ist ein Rhabdovirus und wird bei unseren Haustieren nahezu ausschließlich mit dem Speichel durch den Biss infizierter Füchse übertragen und wandert innerhalb von Wochen bis Monaten entlang der Nerven zum Gehirn. Die Folgen sind Agressivität, Wesensveränderungen, und Lähmungserscheinungen. Fortschreitende Ruhelosigkeit, Gleichgewichtsstörungen, gefolgt von Krämpfen und Lähmungen führen schließlich zum Tod. Sind die ersten Symptome beim Menschen aufgetreten, ist jede Therapie wirkungslos! Daher auch bei leichten Verletzungen durch ein unbekanntes Tier(= to llwutverdächtig) eine Impfprophylaxe durchführen lassen.

Menschen infizieren sich seltener an Füchsen als an infizierten Hunden und Katzen. Dies unterstreicht die Dringlichkeit der Tollwutimpfung bei Hunden und Katzen. Aufgrund der enormen Gefahr für den Menschen gehört die Tollwut zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen, die der staatlichen Kontrolle durch die Veterinäramter unterliegt.

Behandlungsversuche bei tollwutkranken und tollwutverdächtigen Tieren sind streng verboten; Tollwutverdacht besteht auch schon, wenn ein Kontakt mit einem tollwutkranken oder tollwutverdächtigem Tier nur vermutet wird. In einem solchen Fall kann vom Amtstierarzt sogar die Tötung angeordnet werden, es sei denn, Ihr Tier ist nachweislich gegen Tollwut schutzgeimpft.

Vorbeugung: Impfung

Zwingerhusten

Der Zwingerhusten ist eine Faktorenkrankheit, das bedeutet, dass mehrere ungünstige Ursachen zusammentreffen müssen, damit die Krankheit ausbricht:
Zum einen sind es verschiedene Erreger, insbesondere Parainfluenzaviren und meist sekundär Bordetella bronchiseptica. Zum anderen sind es klimatische Bedingungen wie Feuchtigkeit, Durchzug und Kälte. Außerdem wird der Zwingerhusten durch eine intensive Hundehaltung (hohe Besatzdichte, häufig wechselnde Zusammensetzung der Gruppen) begünstigt. Die geschwächten und gestressten Hunde infizieren sich gegenseitig durch Kontakt. Aber auch einzeln gehaltene Hunde können sich anstecken, z.B. beim täglichen Spaziergang.
Die Erkrankung beginnt meist mit klaren Nasen- und Augenausfluss und quälendem trockenem Husten. Wird der Husten nicht rechzeitig erkannt und behandelt, verschlimmert sich der Zustand bis hin zur Lungenentzündung. Selten ist der Zwingerhusten tödlich; doch kann sich die Erkrankung auch unter tierärztlicher Behandlung mehrere Wochen hinziehen.

Vorbeugung: Impfung

Weitere Infektionskrankheiten: Borreliose, Babesiose, Erlichiose, Papillomatose, Canines Coronavirus, Canines Rotavirus, Leishmaniose.


zurück